Rechtswanwalt Michael Augustin

:: Wie man mit kreativen Leistungen Geld verdienen kann

Jeder ist „Sender“

von Michael Augustin

- Wie Sie mit geschickten Medienpartnerschaften den Traffic für Ihr Web-Business erheblich steigern können:

Die Zeiten, in denen nur wenige TV-/ Radiosender und wenige Zeitungen/ Zeitschriften als „Medien“ galten, sind nun schon lange vorbei. Jetzt gibt es die sozialen Netzwerke, welche es jedem Nutzer erlauben, durch die virale Verbreitung von Posts ungeahnte Reichweiten zu erzielen. Um den Traffic für den eigenen Webauftritt zu erhöhen, ergeben sich dadurch nun zahlreiche weitere Möglichkeiten: Eine davon ist die Medienpartnerschaft. Diese kann zwischen zwei oder mehr Medien vereinbart werden und hat den Zweck, mindestens für eine der Vertragsparteien die Aufmerksamkeit potentieller Kunden zu erhöhen.  

Als Medienpartner kommen hierbei nicht mehr – wie früher - nur die traditionellen Medien in Betracht. Vielmehr führt die Erkenntnis, dass in den sozialen Netzwerken jeder zum „Sender“ werden kann, dazu, dass Medienpartnerschaften auch mit jedem anderen Nutzer, der eine Seite in den sozialen Netzwerken oder einen Blog betreibt, geschlossen werden können. Voraussetzung dafür, eine solche Medienpartnerschaft einzugehen, sind lediglich die folgenden Merkmale: Der potentielle Medienpartner

  1. hat eine mit dem eigenen Business übereinstimmende Zielgruppe, und
  2. eine gewisse Reichweite (eigene Fans/ Follower/ Abonnenten usw.).

Um die Aufmerksamkeit für den eigenen Webauftritt zu erhöhen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Die Bindung zur bereits bestehenden Zielgruppe, bzw. zu den bereits bestehenden Fans/ Followers/ Abonnenten usw. wird durch weitere Inhalte vertieft,
  2. Die Anzahl der bestehenden Zielgruppe bzw. den Fans/ Followers/ Abonnenten usw. wird um weitere potentielle Kunden ergänzt.

Beide Varianten kann eine Medienpartnerschaft fördern, wenn der Medienpartner die Seite des Geschäfts liket bzw. selbst zum Fan/ Follower/ Abonnenten wird, eigene Inhalte auf dieser Seite veröffentlicht, auf seiner eigenen Seite auf die Inhalte der Seite des Business Bezug nimmt, zur Teilnahme an Ausschreibungen/ Gewinnspielen/ Umfragen usw. aufruft, hierzu seine eigene Meinung kundtut, auf Veranstaltungen hinweist, oder sonstige Inhalte des Webauftritts (Posts, Links auf Website, usw.) teilt, liket, empfiehlt, kommentiert usw.

Als Gegenleistung für die Dienste des Medienpartners kann natürlich eine bestimmte Vergütung vereinbart werden. Demnach könnte der Medienpartner beispielsweise zu einer bestimmten Anzahl von Kommentaren/ Likes/ und anderen Posts oder auch Blogeinträgen verpflichtet werden, wofür er im Gegenzug pro Post oder für seine Leistungen im Gesamten bezahlt werden soll. Hierbei kann die Zahlung jeweils von der Abnahme der medienwirksamen Leistungen des Medienpartners durch den Unternehmer abhängig gemacht werden, so dass die Zahlungspflicht für negative Kommentare ausgeschlossen werden kann. Für besondere virale Erfolge können auch besondere Prämien vereinbart werden: Somit kann evtl. eine eher geringe Grundvergütung dafür vereinbart werden, dass der Medienpartner überhaupt tätig wird. Wenn sich der Medienpartner sicher ist, eine Erfolgssteigerung des Unternehmens herbeizuführen, kann er auch ganz auf eine Grundvergütung verzichten. Führen seine Leistungen zu einem bestimmten (finanziellen) Erfolg des Geschäftes, so erhält er eine höhere Prämie, womit auch gewährleistet ist, dass er selbst ein gesteigertes Interesse am Erfolg des auftraggebenden Business hat. Andererseits kann es in Fällen, in denen die zu verbreitenden Inhalte des Geschäfts besonders exklusiv sind, auch möglich sein, dass der Medienpartner sogar etwas dafür zahlt, als erster und exklusiv über diese Inhalte berichten zu dürfen.

Alternativ hierzu kann eine Medienpartnerschaft aber auch von Medienpartnern eingegangen werden, die sich beide gegenseitig zu Leistungen für den anderen verpflichten. Hier ist die Vereinbarung einer Vergütung nicht geboten, da gegenseitig ausschließlich Medienleistungen geschuldet sind. Auch Kooperationen können über die Veröffentlichungen und Verbreitung von Content geschlossen werden: Beispielsweise dergestalt, dass sich mehrere Unternehmen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Youtube-Kanal oder eine gemeinsame Facebook Fanseite zu betreiben.

Da durch eine Medienpartnerschaft Pflichten zur Verbreitung des Contents der anderen Partei entstehen, stellt sich die Frage der Haftung für Rechtsverstöße. Dritte können ja in ihren Rechten verletzt werden, wenn der zu verbreitende Content gegen das Urheberrecht, Markenrecht, gewerbliche Schutzrechte oder das Allgemeine Persönlichkeit wie beispielsweise das Recht am eigenen Bild verstößt. Da sich der Medienpartner durch seine Leistungen der Gefahr von etwaigen Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen Dritter aussetzt, sollte dringend eine Freistellung der hierdurch möglicherweise entstehenden Kosten zu seinen Gunsten vereinbart werden, welche auch die angemessenen Rechtsverteidigungskosten umfasst. Für eigene Rechtsverletzungen durch die vom Medienpartner selbst veröffentlichten Inhalte hat der Unternehmer dagegen natürlich keine Haftung zu übernehmen.

Hier finden Sie mein Angebot mit dem Entwurf eines Medienpartnerschaftsvertrag zum selbst anpassen sowie einer Beratung dazu.

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